Nachwuchsförderung nicht vergessen!

Nach der Corona-Krise ist die Krise nicht für alle Kulturschaffenden vorbei. Gerade der Nachwuchs wird – so ist zu befürchten – sogar noch länger unter fehlenden Auftrittsmöglichkeiten leiden. Meine Interpellation wird nach dem Sommer schriftlich beantwortet werden. Hier mein begründendes Rats-Votum:

Viele von uns kennen es aus der gemachten Erfahrung – sei es im geschäftlichen, im freizeitlichen oder im politischen Umfeld: Das Vernachlässigen der Nachwuchsförderung rächt sich über mittlere Frist brutal.

Mit meiner Interpellation gebe ich der Sorge um den kulturellen Nachwuchs nach der Corona-Krise Ausdruck. Die Kulturschaffenden sind mit die am stärksten Betroffenen von der Krise, die so vieles lahm legte in den letzten Monaten – und weiterhin vieles lahmlegen wird in den kommenden Monaten. Für viele regionale Kulturschaffende sind die Auftrittsmöglichkeiten an lokalen Veranstaltungen essentiell, um ihre Kultur zeigen zu können und ihr Publikum aufzubauen. Besonders Veranstaltungen mit vielen Nachwuchs-Talenten, die zu sehr kleinen Gagen bereit sind, ihren Beitrag zur Vielfalt der Basler Kulturszene zu leisten, sind unersetzlich dafür. Langsam geht wieder etwas, aber für den grössten Teil der Kulturschaffenden ist die Krise noch lange nicht überstanden.

Wenn ein einigermassen normaler Betrieb wieder möglich wird, werden es verständlicherweise zuerst einmal die etablierten Künstlerinnen und Künstler sein, die für die gewohnten Plattformen gebucht werden und dort für kostendeckende Einnahmen garantieren können. Veranstalterinnen und Veranstalter können nach durchgestandener Krise kaum aus Goodwill Nachwuchs-Plattformen bieten, das ist zu befürchten. Das bedeutet aber auch, dass damit eine nachhaltige Schädigung des Kultur-Nachwuchses droht – und damit die grosse Leere oder zumindest sehr magere Zeiten für unsere vielfältige Kulturstadt Basel.

Es ist ganz wichtig, dass wir die Sicherung dieses Nachwuchses nicht vergessen. Gerettete Clubs, Bühnen und andere Kulturräume allein bringen nichts, wenn nichts Neues mehr wachsen kann, das dort gezeigt werden kann. Wir haben einen unglaublich reichhaltigen, vielfältigen Kultur-Nachwuchsschatz, den wir nicht vergessen dürfen und unbedingt pflegen müssen! Ich hoffe sehr, dass wir dafür eine Unterstützung bieten können im kommenden Jahr.