Die Verkehrstechnologien werden sich verändern. Darin stimme ich mit Alexander Müller überein. Er wirft dem Grossen Rat Populismus vor, wenn wir für Basel bis 2050 flächeneffizienten und klimafreundlichen Verkehr fordern. Dass das nicht von selber so wird, beweist die Tatsache, dass heute trotz E-Auto-Angebot und Klimaerhitzung noch immer zu viele übermotorisierte Geländeautos gekauft werden: Die Schweiz ist in Europa traurige Spitzenreiterin beim CO2-Ausstoss von Neuwagen.

Es ist unbestritten, dass die Benzin-Motoren schnell verschwinden und sich die Gewohnheiten in der Mobilität stark verändern können. Wir müssen es aber wollen.

Genau dieser Wille fehlt all jenen, die sagen, dass mehr Leute oder Arbeitsplätze automatisch mehr Verkehr bringen. Diese Denkweise ist überholt. Die Digitalisierung und flexiblere Arbeitsmodelle werden nicht mehr zum täglichen Pendeln zwingen. Wir werden den Kopf schütteln, wenn wir uns daran erinnern, dass man «früher» aus Spass und Bequemlichkeit einfach so allein mit einem grossen, schweren Fahrzeug mit Verbrennungsmotor durch die Gegend fuhr. So wie wir uns heute schon kaum mehr vorstellen können, wie es war, bevor der Katalysator zur Pflicht wurde oder als man dachte, eine Spraydose funktioniere nur mit klimaschädlichem FCKW-Gas. Wenn wir heute Innovationen fördern, werden wir bis 2050 ganz selbstverständlich andere Mobilitätsformen nutzen, und damit weniger Platz beanspruchen, weniger Dreck verursachen.

Dies wird das Klima und die Umwelt entlasten. Und eben auch den städtischen Raum. Das ist dringend nötig in unserem dicht bebauten Kanton. Heute ist über ein Viertel der Fläche für den Verkehr reserviert. Das ist wahnsinnig viel.

Der Grosse Rat hat beschlossen, dass der Verkehr in Basel-Stadt möglichst umweltfreundlich werden soll. Das Gesetz orientiert sich dabei nicht an Fahrzeugarten, sondern an Kriterien, wie sich der Verkehr auf die Umwelt auswirkt. Die Gegnerschaft will die erreichte Verkehrsentlastung in Basel preisgeben, Errungenschaften wie das Nachtfahrverbot im Gundeli oder LKW-Fahrverbote in Quartierstrassen streichen. Wir hingegen wollen die Lebensqualität in Basel ins Zentrum stellen – und damit gleichzeitig auch unseren Beitrag zur Erfüllung des Pariser Klimaabkommens leisten.

 

Dieser Text erschien als „Einspruch“ zum Kommentar von Alexander Müller in der BaZ